Unsere Reaktion zu den den Top 10 Brands 2017

Frisch erschienen und heiß diskutiert. Die Wahl der Top Brands 2017 der renommierten Mode-Plattform Business of Fashion birgt vor allem auf den vorderen Rängen wenig Überraschungen. Während Gucci, Balenciaga und Vetements sich die golden, silbernen und bronzenen Lorbeeren teilen, scheint sich der Rest des Top 10 Feldes doch eher per Zufallsvotum zusammengesetzt haben.

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Eines ist klar, die Dominanz von Gucci und Balenciaga im vergangenem Jahr lässt sich nicht leugnen. Viel mehr zeigen die beiden zur Kering Group gehörenden Fashionhäuser ,wie über Begehrlichkeit Verkäufe generiert und Image Produkte zu Must-Have Pieces werden können. Kein Wunder also, dass der Balenciaga Speed Trainer zum umsatzstärksten Sneaker des Jahres und der plüschige Princetown Slipper von Gucci zu einem der meist gefeaturten Schuhe auf Instagram wurde. Zufall? Wohl kaum. Denn vor allem Gucci hat es unter der kreativen Führung von Alessandro Michele geschafft, sein digitales Image so zu gestalten, dass aus der schaulustigen Generation Y zahlkräftige Kunden wurden. Ein Image, dass sich Balenciaga hingegen durch den wohl spektakulärsten Designer-Wechsel im Jahre 2017 erkaufte. Mit Demna Gvasalia holte sich das Pariser Modehaus nicht nur personalisierte Designs und Silhouetten von Vetements, sondern sicherte sich im gleichen Atemzug auch dessen Gefolgschaft. Der Schaden bei Vetements blieb Gott sei Dank aus. Wahrscheinlich oder wohl gerade weil Gvasalia dort „nur“ Kopf eines ganzen Kollektivs war, welches es laut BoF trotzdem auf Platz 3 der Top Brands 2017 schafft.

Quelle: Business of Fashion

Quelle: Business of Fashion

Quelle: Business of Fashion

Quelle: Business of Fashion

Während Gucci, Balenciaga und Vetements also in einer eigenen Liga spielen, finden sich in den dahinter liegenden Plätzen zwar durchaus namenhafte Brands, ihre Aufstellungen sind jedoch fraglich. Hintergründe über die Positionierungen 3-10 liefert Business of Fashion nicht – Was schlussendlich den Eindruck erweckt, dass sich beim „Best of the Rest“ so richtig niemand Gedanken gemacht hat.

So ist es zwar wenig erstaunlich, dass sich dank starker Kollektionen Valentino, Moncler (thx to Thom Browne) und Stone Island unter den Top 10 befinden, doch dafür umso skurriler wie sich beispielsweise Off-White oder Yeezy zu den Top Brands 2017 zählen dürfen. Ob hier die namenhaften Designer (Virgil Abloh, Kanye West) zur Kür beitragen, ist zwar nur eine Hypothese, kann aber durchaus ein entscheidener Punkt sein. Fakt ist jedoch, dass beide Brands ihren modischen Zenit bereits überschritten haben und letztlich nur noch von den letzten Hype-Funken leben. Tragbar sind sie allemal (siehe mich selbst!), doch eine Top 25 Platzierung hätte es auch getan. Ähnliches gilt für Balmain und Givenchy. Zwei Labels, die zwar preislich in der allerhöchsten Liga spielen, jedoch in Sachen Innovation und Kreativität seit Jahren hinterherhinken. Umso verwunderlicher warum gerade deshalb Labels wie Calvin Klein by Raf Simons, Gosha Rubchinskiy, Palm Angels, Marni oder Prada nicht zum illustren Kreis der Top Brands zählen. Denn neben Engagement Raten auf Instagram und der Anzahl der Eingaben auf Fashion-Suchmaschinen wie Lyst, sollte ein Credo immer gelten: Quality over Hype.